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Die Geschichte von Landštejn
Die Geschichte von Landštejn beginnt spätestens nach dem Jahr 1222, als der mährische Markgraf Vladislav starb und die Verwaltung dieses Landesteils vom böhmischen König Přemysl Otakar I. übernommen wurde. Bei seinem Bemühen, die Landesgrenze zu sichern, baute er Wachburgen auf strittigen Gebieten. An der Landesstraße, direkt gegenüber der älteren, wohl gleichnamigen Burg der österreichischen Herren von Zöbingen, wurde die königliche Burg Landštejn gegründet. Sie bewachte nicht nur die Landstraße, sondern auch einen Grenzteil zwischen den böhmischen Landen und Österreich. Durch den Herrscher gewannen die Witigonen nach der Mitte des 13. Jahrhunderts an der Macht. Ein Zweig des Geschlechts, dessen Familienwappen eine silberne Rose im roten Feld war, benannte sich selbst nach der Burg und als die Herren von Landštejn wurden sie bald zu einem der mächtigsten Geschlechter im Königreich.
Unter der Regierung von Vilém von Landštejn gehörten dem Geschlecht neben Landštejn auch Třeboň, Lomnice, Nové Hrady, Hluboká, Bystřice, Trhové Sviny, Lutová und Borovany. Wegen seiner politischen Ambitionen geriet Vilém von Landštejn in Streit mit dem König Johann von Luxemburg, der gegen den aufrührerischen Witigonen in den Krieg zog. Mit Hilfe seines Onkels Petr von Rožmberk zwang Vilém jedoch das königliche Heer wegzuziehen, und schließlich versöhnten sich die beiden Witigonen im Jahre 1318 und wurden zu seinen treuen, mit beachtlichen Privilegien belohnten Dienern.
Der König Karl IV. schätzte Vilém sehr hoch und vertraute ihm verschiedene diplomatische Aufgaben an und 1351 ernannte er ihn zum Prager Burggrafen. Die alte, unterhalb von Landštejn führende Landstraße, brachte den Witigonen einen großen Reichtum. Seit Anfang des 14. Jahrhunderts führten die Herren von Landštejn einen Streit über die Richtung der Straße mit ihren Nachbarn, den Herren von Hradec. Der Streit erreichte den Höhepunkt in einem offenen Krieg zwischen Vilém und Jindřich von Hradec, der die Landstraße über Bystřice nach Hradec führte.
Obwohl selbst der König Karl IV. mehrmals eingriff, gipfelte die Feindschaft mit einem Duell, in dem Vilém von Jindřich tödlich verwundet wurde. Einer der mächtigsten Männer des Königreichs starb auf Landštejn im April 1356 und mit seinem Tod wurde auch die berühmteste Ära der Herren von Landštejn beendet. 1381 überließ König Václav IV. die Burg Landštejn Konrad Krajíř von Krajek. Das ursprünglich österreichische Geschlecht wurde jedoch in Böhmen bald heimisch. Krajířs schlossen sich den Hussitenkriegen an, und zwar auf beiden Seiten. Konrads Sohn Lipold führte Krieg gegen die Hussiten auf der katholischen Seite als Sigmunds Hauptmann von České Budějovice und als Vergeltung brannte Jan Žižka die Burg von Bystřice nieder, nahm seine Frau und Kinder in Gefangenschaft und griff sogar Landštejn an. Lipolds Sohn hieß Wolfgang und was die kriegerische Kunst betrifft, stand er nur sehr weit im Schatten seines Vaters. Er war zuweilen auch der kalixtinischen Seite zugeneigt, schloss aber nie mit ihnen einen wirklichen Bündnisvertrag ab trotz ihres starken Interesses.
Das Geschlecht der Krajířs brachte in die schroffe, mittelalterliche Burg den bequemen Lebensstil der Renaissance mit einem geräumigen, dreistöckigen, von Heißluftheizung beheizten Palast, einem neuen Zugangsweg und einer moderneren Befestigung mit Basteien. Die Krajíř-Ära endet in Landštejn im Jahre 1579. Die letzte Erbin des Geschlechts, Anna, verheiratet Roupovská, verkaufte die Burg dem höchsten Erbkammerdiener in Österreich, Stephan von Einzig. Die Burg begann ihre Besitzer schnell zu wechseln, hörte auf von der Herrschaft dauern bewohnt zu werden und wurde nur zum Zentrum der Wirtschaftsverwaltung.
1771 hat ein Blitz in den großen Turm eingeschlagen und das darauf folgende Feuer beschädigte die Wohnteile der Burg. Die verlassene Burg wurde schnell baufällig, wurde zur Quelle von Baumaterial für die umliegenden Dörfer und letztlich zu einer romantischen Ruine, zu der patriotisch gesinnte Ausflüge des Klubs der tschechischen Touristen veranstaltet wurden. Der letzte Besitzer von Landštejn war in den Jahren 1923 - 1945 das österreichische Geschlecht der Grafen von Sternbach. Diese machten jedoch von der Burg kaum Gebrauch und machten hierher nur Ausflüge in der Zwischenkriegszeit.
Nach dem Krieg wurde Landštejn durch staatliche Gesetze enteignet. 1972 begann eine extensive, als eine freiwillige Aktivität veranstaltete Rekonstruktion des baufällig werdenden Mauerwerkes, welche die Burg in den jetzigen Zustand brachte, damit Landštejn 1990 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden konnte.
Die Burg wurde Anfang des 13. Jahrhunderts, wohl von den mährischen Přemysliden als Stützpunkt im Dreiländereck von Böhmen, Mähren und Österreich erbaut. Durch ihr Konzept zweier, durch einen Palast verbundener Türme, stellt sie einen einmaligen Baukomplex seiner Art in Böhmen dar und ist eine der drei erhaltenen romanischen Burgen Tschechiens und eines der bedeutendsten romanischen Baudenkmäler in Mitteleuropa. Der obere Teil des Turmes ist als Aussichtsturm umgestaltet. Von da aus eröffnet sich ein Rundblick auf die tiefen Wälder des Böhmischen Kanada. Die Ausstellung präsentiert die Geschichte der Burg, die lokalen archäologischen Funde sowie mittelalterliche Waffen. Der deutsche Dichter Friedrich von Schiller, der die Handlung seiner „Räuber“ in die umliegenden Wälder setzte, fand einst Gefallen an den gewaltigen Mauern der Burg. In der Sommersaison finden hier die Festspiele von Landštejn statt.






