Tschechisches Kanada: Bergland Vysokokamenská

Landschaftsschutzgebiet Česká Kanada

Česká Kanada (dt. Tschechisch Kanada) ist ein beliebtes Reiseziel in Tschechien, das an der Grenze zwischen Südböhmen und Südmähren im Bereich der Städte Slawonien, Nová Bystřice und dem Dorf Kunžak liegt. Gleichzeitig grenzt die Gegend an die Staatsgrenze zu Österreich. Weitbekannt ist heute auch der Beiname Böhmisches Kanada.

Geschichte des Gebietes

Seinen Namen verdankt das Gebiet dem Prager Journalisten Jaroslav Ernest Trpak. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unternahm er eine Reise nach Nordamerika. Nach seiner Rückkehr von einem einjährigen ausländischen Aufenthalt, bemerkte der Journalist ein wachsendes Interesse an Auslandsreisen. Trapk wollte  den Tourismus in seiner schönen Heimatregion mit vielen Teichen, Flüssen und dichten Wäldern fördern. Die Region  mit niedrigen Temperaturen und eher hohen Niederschlagsmengen wurde von ihm als „Tschechisches Kanada“ bezeichnet. Dank der Zusammenarbeit lokaler Politiker, Freizeitunternehmer und verschiedener Touristenaktivisten wurde das Konzept des „Tschechischen Kanadas“ in den 1930er Jahren bei Urlaubern und Touristen schnell populär. Der Begriff wurde zunächst hauptsächlich für die gesamte Region Jindřichův Hradec verwendet. Aufgrund den landschaftlichen Veränderungen und der Entwicklung des Tourismus bezieht sich der Name seit 1989 nur auf den südöstlichen Teil der Region. „Böhmisch Kanada“ ist heute immer noch eine reizvolle Region, wenngleich sich der Umfang des Gebietes seit den 30er Jahren verringert hat.

Naturreservat Pacova hora
Naturreservat Pacova hora

Die Besiedlung der Gegend begann schon im 12. Jahrhundert. Damals kam die Umgebung von Jindřichův Hradec  in den Besitz des Adelsgeschlechts der Witigonen. Westlich begannen die Kolonisierung der böhmischen Stämme, im Südwesten siedelten bayrische Stämme. Die ersten Städte, Marktflecken und Burgen stammen aus dem 13. Jahrhundert. Während der Hussitenkriege wurden sie oft in die Kampfhandlungen verwickelt. Betroffen waren vor allem die Stadt Nová Bystřice und Hrad Landštejn. Im 16. Jahrhundert entwickelten sich in der Region die Wirtschaft und  die Zünfte.

Landschaft von Böhmisch Kanada

Die Landschaft von Böhmisch Kanada ist hügelig und dicht bewaldet. Der nordwestliche Teil wird vom Bergland von Jindřichův Hradec bestimmt. Südlich davon erstreckt sich das Wittingauer Becken mit traditioneller Teichwirtschaft. Das zentrale Revier des Wittingauer Beckens, Třeboňsko, ist ein Landschaftsschutzgebiet. Die Hügellandschaft Dačice befindet sich im Osten des von Böhmisch Kanada. Nahe Terezín und Kunžak  erheben sich einmalige Felsengebilde. Die Berge in Böhmisch Kanada sind großenteils flach mit bizarren Felsbrocken und massiven Steinen auf den Gipfeln. Der Berg Vysoky bei Kunzak ist mit einer Höhe von 738 m die höchste Erhebung der Region. Prägnant sind auch die Berge Šibeník, Kunějovský vrch, Studnice  und Bukový vrch. Etwas höhere Berge gibt es im Iglauer Bergland.

Rosenberger Teich
Rosenberger Teich

Česká Kanada, lohnendes Ziel für aktive Urlauber

Česká Kanada bzw. Böhmisch Kanada ist ein lohnendes Ziel für Aktivurlauber. Es ist ideal zum Radfahren, Wandern und Entspannen inmitten herrlicher Natur. Die zahlreichen Teiche der Gegend werden häufig zum Schwimmen, Angeln und Wassersport genutzt. Zu den wichtigsten Teichen zählen Kaclezsky, Krvavy , Ratmirovsky  und Hejtman bei Strmilov. Mehrere Teiche dienen dabei im Sommer als Nest-  und Brutplätze für diverse Wasservögel. Die Teiche Penensky, Ratmirovsky, Zvule und Komornik  sind nur einige der beliebtesten Badeziele. Aufgrund seines etwas raueren Klimas und seiner Höhenlage ist das Česká Kanada schneesicher und bietet mehrere Langlaufloipen.

Die Städte in Česká Kanada

Die Städte der Gegend wurden am stärksten von der Renaissance-Epoche beeinflusst. Die denkmalgeschützten  Stadteile von Jindrichuv Hradec und Slavonice mit der Renaissance-Architektur lohnen einen Besuch. Zu den Hauptanziehungspunkten gehört die Burg von Jindrichuv Hradec. Ursprünglich wurde sie im gotischen Stil erbaut, zeigt  sich aber heute im Antlitz der Renaissance. Auch das Červená Schloss Lhota (dt. Rothlhotta) in der Nähe von Pluhův Žďár ist ein reizvolles Beispiel für eine kleinere Renaissance-Residenz.

Schloss Rothlhotta
Das Renaissance-Wasserschloss Rothlhotta

Das märchenhafte Städtchen Telc steht unter dem Denkmalschutz der UNESCO. Der Marktplatz von Telc mit den Renaissancegebäuden gilt zu  Recht als einer der schönsten Plätze in Europa. Die romanische Kunst ist den Burgen Landstejn und Pomezi sowie in den Kirchen von  Kardasova Recice, Strmilov und Destna vertreten. Einige Bauten bekamen im Laufe die Zeit gotische Elemente wie die Burg Landstejn.

Fotos:

Bergland Vysokokamenská von Daniel Baránek[CC BY-SA 3.0], Wikimedia Commons
Naturreservat Pacova hora von Chmee2 – Eigenes Werk, [CC BY 3.0], Wikimedia Commons
Rosenberger Teich von Michal Klajban – Eigenes Werk, [CC BY-SA 3.0], Wikimedia Commons
Schloss Rothlhotta von Me116Eigenes Werk, [CC BY-SA 4.0], Wikimedia Commons